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Fakt oder Fiktion? Sakrileg aus Sicht eines Althistorikers

Dr. Jürgen Spieß

Fakt oder Fiktion?

Dan Brown teilt in seinem Thriller „Sakrileg“ die handelnden Personen ebenso wie die historischen Persönlichkeiten in gut und böse ein.

  1. Während Jesus und Maria Magdalena positiv gezeichnet sind, erscheint Kaiser Konstantin im Zusammenhang mit der Geschichte des frühen Christentums als der Bösewicht. Über Konstantin, Jesus und Maria Magdalena stellt er folgende Behauptungen auf (S. 317 ff.):
  2. Konstantin war kein Christ, sondern wurde erst kurz vor seinem Tod gegen seinen Willen getauft.
  3. Er machte das Christentum ausschließlich aus Gründen der politischen Machterhaltung zur Staatsreligion, denn er ging davon aus, dass es sich in Kürze als stärkste Religion seines Reiches gegen heidnische Religionen durchsetzen werde.
  4. Er ließ Tausende Handschriften und an die achtzig unverfälschte, alte Evangelien vernichten, die den ursprünglichen Jesus, einen sterblichen Menschen, zeigten.
  5. Er ließ nur die Evangelien als „kanonisch“ zu, die Jesus als Gott darstellten.
  6. Das Neue Testament in seiner heutigen Form geht zurück auf Kaiser Konstantin.
  7. Beim „Heiligen Gral“ handelt es sich nicht um den Abendmahlskelch von Jesus (eine Legende, die erstmals im 12. Jahrhundert auftauchte), sondern um das Geheimnis, dass Jesus und Maria Magdalena verheiratet waren und ein Kind hatten und dass heute noch direkte Nachkommen von Jesus in Frankreich leben.